28 | 11 | 2021

Erlebnisbericht - RTF Giro Holstein

Mein letztes Rennen nach dem M312 (Mallorca) war eigentlich kein Rennen, sondern eine RTF (ab Bad Oldesloe). Bei dem sog. „Giro Holstein" – namensgebend die durch die holsteinische Schweiz verlaufend Strecke, wird traditionsgemäß mit Startblock, Start/Ziel Bogen und Ansprache des Bürgermeister gestartet und das Feld per Polizei aus der Stadt eskortiert. Da sich in vorderster Reihe des Starterfeld z.T. alles was in Norddeutschlands Radsportszene Rang und Namen hat wiederfindet, geht es gleich von Beginn an naturgemäß schnell, sogar sehr schnell zur Sache. Eigentlich hatte ich von Anfang an wieder den Eindruck, es ginge darum ein wahnsinniges Preisgeld zu gewinnen und nicht, um eines der (bei speziell dieser RTF) üblichen Tombola Gewinne. Ich hatte es trotz der Parkprobleme und der Anmeldeformalitäten zeitlich geschafft von vorne heraus mit zu starten u.a. mit Armin - unserem Trainer. Die Topgrafie der Strecke ist von Anfang an sehr hügelig und so wurde auf gerader und leicht abschüssiger Strecke stellenweise schon mal gut 60km/h gefahren. Die K1 (Kontrolle/Verpflegung) flog an uns vorbei und wurde in Folge dessen von unserer Gruppe gleich mal ausgelassen. Die unter Radsportlern berühmte berüchtigte Klingbergkuppe überfuhren wir mit Tempo 34, was die Gruppengröße weiter dezimierte. Bei der K2 hielten wir kurz und bei der K3 (km95) hatten wir immer noch einen 40er Schnitt. Dort bogen einige (die meisten unserer Gruppe i.d.120er Strecke ab. Ich entschied mich mit einigen wenigen in die 150er Strecke abzubiegen – was aus der Erfahrung heraus normalerweise gut laufen kann und man ist, was den weiteren Tagesablauf angeht bei dem Tempo ja auch nicht viel später wieder im Ziel ;-) Leider bot dieser Tag wettertechnisch gesehen, neben Sonnenschein noch eine weitere wesentliche und wie schon das ganze Frühjahr hindurch prägende Komponente - nämlich Wind aus West und das nicht zu knapp. Und so geschah es bei km 110 bei einer für schleswig-holsteinische Verhältnisse nicht enden wollenden welligen Steigung hinter Poehls, wechselte ich bei kurzer Abflachung einer Steigung (ich weiß – war ein Fehler) aus der Führung und wurde daraufhin von meiner ca. 6 köpfigen Spitzengruppe sprichwörtlich auf der Windkante stehen gelassen. Die in dem Moment benötigte kurze Erholung war bergauf und gegen den Wind kurzfristig nicht gegeben und so musste ich die Gruppe fahren lassen. Ich fuhr dann die nächsten 15 km solo weiter, bis ich von der nächsten kleineren Gruppe eingeholt wurde. Mit einer Fahrzeit von 4:01h für die 150er Strecke bei rund 900 Höhenmeter, reichte es dennoch, um zufrieden im Ziel zu sein, wenngleich ich meine persönliche Bestzeit aus dem Jahre 2006 damit nicht toppen konnte. Und wie gesagt, blieb im Ziel für einen kurzen Meinungsaustausch bei Erdinger und Bratwurst oder Kuchen immer noch etwas Zeit übrig.

Eine gelungene Veranstaltung, bei der neben Renn-Feeling - für das übliche RTF Startgeld eine Menge geboten wird.

Sportliche Grüße
Volker

PS: Wen es interessiert, um die verbrannte Energie wieder aufzufüllen, müßte man beim wahrsten Sinne ganz schön reinhauen.