25 | 08 | 2019

Meine erste Saison als Radrennfahrer . . . .

Meine erste Saison als Radrennfahrer . . . .

Ich fahre schon über 50 Jahre Fahrrad – zuletzt ein Kettler-Alu-Rad. Täglich zur Arbeit und gelegentlich mal eine kleine Tour in‘s Umland.

Am Dienstag nach Ostern, den 2. April 2013 „stolperte“ ich im Intranet über die Airbus Sportgemeinschaft Radsport. Dort stand: „Heute erstes Training nach der Winterpause“. Ich dachte . . . ja, da könnte man irgendwann mal mitmachen. Zum Glück war ich 10 Minuten später ehrlich zu mir selbst: Wenn ich nicht gleich heute dahingehe, gehe ich nie.

 

Also – um 16 Uhr Feierabend gemacht, schnell nach Hause (mit dem Kettler-Rad), Radklamotten angezogen und um Punkt 17 Uhr vor dem Osttor eingetroffen. Dort standen Sie – 7 blitzblank geputzte Rennmaschinen und die dazugehörigen Airbus-Kollegen.

„Darf ich mal mitfahren?“ – „Na klar“. – „Ich bin aber noch nie in einer Gruppe gefahren“. –

„Kein Problem, halte dich einfach hinten auf und achte ein wenig auf die Handzeichen“.

Ich hatte mittlerweile ein Trekkingrad – das gute alte Fahrrad hatte zu viele Macken und steht nur noch für Notfälle (oder total schlechtes Wetter) im Keller.

Wir sind nach Buxtehude gefahren. Tolle Strecke, kannte ich so noch nicht. Kaum Autoverkehr. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28km/h. Ich fand uns super. Dachte, so jetzt wieder zurück. Nee, es ging weiter. Immer weiter. Apensen, Appelbeck am See, Sauensiek usw. Neuer Kurs Richtung Osten, jetzt merkte ich auch, wir hatten die ganze Zeit schönen Rückenwind. Nun kam der Wind aber von vorn und wurde immer stärker, es kam mir jedenfalls so vor. Über Hollenstedt und Neu Wulmstorf ging es weiter – Richtung Heimat. Ich hatte echt Mühe mitzuhalten. Irgendwann sagte ich: „Jungs, fahrt einfach weiter, ich kenne den Weg, will niemanden aufhalten“. – „Nee, wir sind zusammen losgefahren, wir kommen auch zusammen wieder an!“ Noch heute denke ich, das war wirklich toll.

Irgendwann, nach 63,85 km und 2:25:23 Stunden kamen wir wieder beim Osttor an. Ich glaube, noch nie war die Freude größer, DAS Tor zu sehen ;-)

Auf die Frage, was denn der Unterschied zwischen den Dienstags- und Donnerstagsrunden sei, lautete die Antwort „…am Donnerstag, da fahren wir schnell“.

Zum Glück verließ mich nicht der Mut und ich war am nächsten Dienstag wieder dabei. Und die Folgenden. „Warum seht ihr nach der Rückkehr immer noch so frisch aus und mir hängt die Zunge aus dem Hals?“ – „Du hast das falsche Rad“. (Der Radhersteller meines Vertrauens freute sich.)

Am 5. Dienstag war ich mit einem neuen Rad dabei. Zum ersten Mal im Leben hatte ich ein Rennrad, ohne Rücktrittbremse, mit Kettenschaltung und meine Füße waren in den Pedalen eingeklickt. Ich gebe zu, ich hätte nie gedacht, dass der Unterschied zwischen einem „normalen“ Rad und einem Rennrad sooo groß sein würde. Es bringt richtig Spaß!

Von nun an, glaube ich, konnte ich gut mithalten und meine Zunge hing bei der Rückkehr auch nicht mehr aus dem Hals.

Ich bin richtig auf den Geschmack gekommen. Bin im Sommer einige RTFs (je ~110km) gefahren, habe die 100 km der Cyclassics in drei Stunden (und 11 Sekunden) gemeistert, bin den Elberadwanderweg von Finkenwerder nach Berlin gefahren und und und.

Am Donnerstag, den 10. Oktober 2013 war die Saisonabschlussfahrt der Radsportgruppe. Kurze Runde, mal eben schnell nach Stade, immer vor dem Deich lang, lecker Apfelkuchen im Herzapfelhof und dann sehr zügig zurück nach Finkenwerder/Osttor.

Ich fühle mich toll in der Gruppe aufgenommen und kann nur jeden/ jede ermutigen, es doch einfach mal zu probieren (Einfach hinten halten und auf die Handzeichen achten).

Viele der Radsportler tauschten ihr Rennrad gegen ein Mountainbike und crossten durch die Wälder. Ein Mountainbike habe ich nicht - noch nicht ;-)

Ich freue mich auf das Frühjahr 2014 und werde auf jeden Fall wieder dabei sein. Dienstags oder doch lieber gleich am Donnerstag?

Erster Tag: Di., 1. April 2014, 17:00 Uhr, Osttor. Siehe auch: http://sg-airbus-radsport.de/

Thomas Oestreich

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